Montag, 19. November 2018

Eintrag 97

71. And One-Konzert im Berliner Tempodrom
(17.11.2018)

Meine Frau und ich haben wieder einmal ein Konzert der Berliner Elektro-Stars besucht. Das ausverkaufte Konzert war energiereich und die Stimmung fulminant. Es wurden fast ausschließlich alte Lieder gespielt. Wir saßen im Oberrang und hatten eine gute Sicht auf Publikum und Bühne.

Hier die Setlist des Konzertes

Quelle:
https://www.setlist.fm/setlist/and-one/2018/tempodrom-berlin-germany-5397d301.html

Dienstag, 13. November 2018

Eintrag 96

Der heutige Arbeitstag war sehr aufregend, weil ich eine kleine Sonderaufgabe übertragen bekam, die ich bis Donnerstag erledigen muss. 

Um es verschlüsselt zu beschreiben: Ich muss für vorgegebene Großkunden diverse Rechnungen durcharbeiten, um Beträge für ein spezielles Ereignis herauszufiltern. Diese aufsummierten Euro-Werte sollen in einem Report zusammengetragen und der Geschäftsleitung übergeben werden. Die Aufgabe macht mir viel Spaß, obwohl ich zügig arbeiten muss, damit ich die vielen Rechnung bis Donnerstag auswerten kann. Vielleicht liegt es daran, das ich während dieser Tätigkeiten nicht mit "Sage" arbeiten muss. 

Parallel dazu müssen bis Freitag ein paar hundert saisonale Rechnungen erstellt und ausgedruckt werden. Vor einer Woche habe ich diese Aufträge gesichtet und in einer vorbereitenden Tabelle zusammengestellt. Meine Teamleiterin bereitet diesen größeren Versand systemisch gerade vor. Es ist aber wahrscheinlich, dass ich stundenweise mithelfen muss. Die Rechnungen müssen gefaltet und kuvertiert werden. 

Nach dem Feierabend habe ich mit Leonard in der Straßenbahn telefoniert und ihm ein paar Gute-Nacht-Geschichten erzählt. Die Fahrt von Berlin-Schöneweide bis nach Hause dauert fast eine Stunde. Mein Sohn mag die Straßenbahn-Geräusche im Hintergrund. Wir haben so etwas mehr Zeit zum Reden, weil er sonst immer kurz vor dem Schlafengehen anruft. Natürlich ist diese Art der Telefonate eher die Ausnahme, weil er gelegentlich am frühen Abend noch zeitlich eingebunden ist (Kinderfeuerwehr etc.)

Montag, 12. November 2018

Eintrag 95

2. Arbeitseinsatz nach fast einem Monat. 
Ein Fazit:

Nun arbeite ich fast 4 Wochen in einer Buchhaltungsabteilung in Berlin-Adlershof. Ich lerne kontinuierlich neue Arbeitsschritte mit dem Programm "Sage", welches sich für mich persönlich als sehr umständlich erweist. Man muss nebenbei noch Excel-Tabellen ausfüllen und aufwendig bearbeiten, bis die Daten "reportingfähig" sind. 

Es wird für die Kunden ein "Rechnungskalender" in einer separaten Tabelle geführt, damit man die Fristen im Überblick hat. In diesem Kalender werden Kündigungen oder neue Verträge erfasst, die dann auch im Buchhaltungsprogramm eingetragen werden müssen. Auch die Erstellung einer größeren Anzahl von Rechnungen aus den hinterlegten Roh-Daten im System ist zeitaufwendig. Wie ich hörte, soll im Frühling ein neues Buchhaltungsprogramm "Sage" ersetzen. Ob ich das noch mitbekomme, ist offen. 

Leider gibt es keine "Standard-Fallbearbeitung", denn in jeder Kündigung, in jeder Vertragserfassung, in jeder Rechnungsbearbeitung oder Bankbuchung kann es Fallunterscheidungen geben, die man im Programm wiederum anders bearbeiten muss. Aus diesem Grund muss ich bei gewissen Prozessen meine völlig überlastete Teamleiterin fragen, die mich als einzige einarbeitet. 

Im Grunde macht mir der Fahrtweg von über einer Stunde pro Fahrstrecke nicht viel aus, denn ich verdiene bereits an jedem zurückgelegten Kilometer ein bisschen Geld (Pauschale). 

Sonntag, 11. November 2018

Eintrag 94

Meine Gedanken aus dem Jahr 2008


"Mein" 09. November 1989 // Die fast vergessene Revolution




Früh morgens wurde ich wach, denn der 9.11. war  ein gewöhnlicher Schultag. Ich schaltete den Fernseher ein und sah eine "Liveübertragung" von der Berliner Mauer, was für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich war.  So eine Art "Frühstücksfernsehen" gab es zu dieser Zeit noch nicht. Zehntausende Menschen standen jubelnd an den Grenzübergängen und um die Berliner Mauer herum, viele tanzten mit Sekt auf der Mauer. Ich war euphorisiert und lief zu meiner Mutter ins Schlafzimmer und weckte sie. Wir saßen dann vor dem Fernseher und waren fassungslos. Das sich etwas in der ehemaligen DDR bewegte, war ja vorher schon bekannt. Viele tausend DDR-Bürger flohen Tage und Wochen vorher über Ungarn-Österreich in die Bundesrepublik. Dennoch war nicht im Geringsten absehbar, dass die Mauer auf diese Weise fallen würde. In den nächsten Tagen war Berlin-West im Ausnahmezustand. Hunderttausende Menschen sowohl aus Ost-Berlin und West-Berlin, die anderen aus der übrigen DDR und auch Touristen, die sich das Spektakel ansehen wollten, bevölkerten die Strassen und U-Bahnen. Alles stand still, überall Stau, Kaufhäuser und Bahnhöfe wurden wegen Überfüllung geschlossen. Am Kurfürstendamm und Umgebung fuhr kein Auto mehr. Menschenmengen, soweit das Auge reichte. In diesen Tagen war das Unmögliche möglich geworden und ich war wie elektrisiert. Man kann es sich heute gar nicht mehr vorstellen oder jemanden erzählen, der es nicht miterlebt hat: An dieser Mauer war die "Welt zuende". Kein Durchkommen ohne Schüsse gegen die DDR-Bürger bzw. oft stundenlanges Warten an den Grenzübergängen für die BRD-Bürger oder wenn man als West-Berliner über die Transitstrecke nach West-Deutschland wollte. Und dann tanzten Menschen auf der Mauer rum und die Grenzsoldaten waren wie gelähmt? Das war UNVORSTELLBAR! Fremde lagen sich vor Freude weinend in den Armen, sangen, klatschen und tobten vor Freude. Diese Bilder werde ich nie vergessen. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich Berichte über den Mauerfall im Fernsehen sehe. Und das Komische ist, man kann einem Menschen, der damals nicht in West-Berlin gewohnt hat, nicht klar machen, was das Besondere an der "Insellage" war. Dieses außergewöhnliche Gefühl in West-Berlin zu leben war einmalig. Ich wünschte mir heute jeder Einwohner dieses Landes hätte diese "Magie" fühlen können, die sich am 9. November und den darauffolgenden Tagen in Berlin abgespielt hatte. Ein Einwohner beispielsweise aus Bayern hat ja vom Mauerfall emotional nichts mitbekommen, außer die Bilder im Fernsehen. Heute ist alles so normal und selbstverständlich geworden, man fährt über die ehemalige Grenze, als ob nie etwas gewesen wäre. Auf der einen Seite ist es ja schön, dass die Dinge so selbstverständlich sind, aber auf der anderen Seite ist das offensichtliche Vergessen eines solchen Ereignisses schon sehr merkwürdig. Leider war auch mein Gefühl, dass es nach einigen Wochen nur noch genervt hat, dass man stundenlang irgendwo warten musste, weil die Menschenmassen weiterhin nach West-Berlin strömten. Aus Freude wurde im Laufe der Zeit Gleichgültigkeit gegenüber den Folgen des Mauerfalls, denn der Alltag und die Bewegungsfreiheit war durch die Menschenmassen stark eingeschränkt. Es gab auch viele Dinge nicht mehr zu kaufen, weil gar nicht soviel produziert und geliefert werden konnte, wie gekauft wurde. Heute hört man, dass die Mauer eigentlich in dieser Art nur aufgrund eines Missverständnisses im Politbüro gefallen war. Denn das sich zehntausende auf die Grenze zubewegten und ungehindert in den Westen strömten, war von der SED-Führung so nicht geplant gewesen. Die Ausreise sollte vereinfacht werden, das war die Grundidee der Funktionäre. Aber was Schabowski (Schreibweise?) da auf einer Pressekonferenz vorgelesen hat und so in einem Nebensatz erwähnte, war wohl in der Umsetzung anders gedacht gewesen. Die Menschen probierten es einfach aus und liefen auf die Mauer zu. Was hab ich aus dieser Geschichte gelernt? Erstens, das sich Verhältnisse jeder Zeit ändern können und zwar schneller, als man sich vorstellen kann. Und das gilt in jeder Lebenslage. Zweitens, das nichts im Leben von ewiger Dauer ist. Das kann für eine eine Mauer gelten oder die Erinnerung im Allgemeinen. Drittens, das es unmöglich ist, Emotionen an die Nachwelt weiterzugeben. Viertens, das Menschen Ereignisse im Laufe der Zeit einfach vergessen oder anders bewerten, als  sie  in einem gewissen Moment erlebt wurden. Fünftens, das jeder Moment einmalig ist und so, wie er gelebt und gefühlt wurde, nicht wieder kommt. Die Zeit ist wie ein "Zug", der nur einmal an jeder Station hält. Fragt mich nicht warum, aber im Grunde liegt da für mich etwas Tragisches.
Siegen, März 2008


Eintrag 93

Meine Gedanken aus dem Jahr 2010


Gedanken über die Loveparade-Tragödie 2010.

Wenn ich die Berichte über die Loveparade 2010 in der Zeitung und im Fernsehen sehe, dann kommt Wut in mir hoch. 

Man braucht kein ausgewiesener Experte zu sein um erkennen zu können, das ein Gelände auf dem rund 350.000 Personen Platz finden, zu klein für so ein Mega-Event ist. Es ist doch nicht die erste Parade, die stattfindet. Jedes Jahr sind über eine Million Menschen zu dieser Veranstaltung gekommen, wie kann man als Verantwortlicher und Planer einen so kleinen Platz in Betracht ziehen? Wenn Duisburg keinen größeren Platz zu bieten hat, dann kann man aus meiner Sicht diese Stadt als Veranstaltungsort nicht nehmen. 

Die Loveparade war ein weltweites Markenzeichen, es kamen immer soviel Menschen, wie Lust dazu hatten und nicht wieviel Kapazitäten ein Platz umfasst. In der Vergangenheit spielte der Raum als solches nie eine große Rolle, es war immer genügend Platz zum Feiern vorhanden. Ansonsten hätten die Veranstalter im Vorfeld Karten verkaufen sollen, um einen möglichen Ansturm zu begrenzen. Noch viel mehr wundert mich die Tatsache,  das es nur einen Zugang zum Platz gab. Und das der Zustrom an Menschen am frühen Abend deutlich zunimmt, ist doch im Grunde bei jeder kleinen Krimes der Fall. Ich kenne die Parade noch aus Berliner Zeiten. Selbst in einer Metropole wie Berlin mit seinen breiten und langen Strassen ist es manchmal in der Menschenmenge sehr eng gewesen. 

Jeder "Experte" hätte erahnen müssen, dass sich die Gefahrenlage in so einer kleinen Stadt wie Duisburg bei gleicher Besucherzahl deutlich erhöht. Das Kuriose ist ja, dass einige Blogger schon viele Tage vor der Parade vor diesem Tunnel "gewarnt" haben. Wie dem auch sei, es macht die Toten nicht wieder lebendig. Ich hoffe, dass die Frage der "Schuld" und "Verantwortung" bald geklärt wird, damit die Opfer ihre Ehre nicht verlieren und sie am Ende noch als "selbst Schuld" abgestempelt werden.

Pascale A.
Siegen, Juli 2010