Montag, 14. Januar 2019

Eintrag 116

Ich führe für das Unternehmen, in dem ein arbeite, zwei Mal im Monat Rechnungsläufe durch (Monatsmitte und Monatsende). Zuerst habe ich bei der Rechnungsgenerierung und dem Rechnungsversand unterstützt, nun führe ich diese Prozesse fast selbständig durch. Da es sich um sehr viele Rechnungen handelt, teilen wir die Rechnungstellung auf zwei Tage auf.

Zwischen diesen Läufen findet eine ständige Anpassung der Verträge statt, bis hin zu Rechnungskorrekturen. Da ich auch die Bank buche, bin ich indirekt für die Zahlungsüberwachung zuständig. Bei sämtlichen Arbeiten in einer Buchhaltungsabteilung ist höchste Konzentration notwendig, denn Fehler können zeit- und kostenintensiv werden.

Ich bilde mir ein, dass ich für meinen Wissensstand eine relativ gute Arbeit abliefere (Fehler sind nie ausgeschlossen). Es kann jeden Tag passieren, das ich ein Übernahmeangebot erhalte oder abgemeldet werde, weil ich auf die Dauer zu "teuer" bin. Alles ist jederzeit möglich. So ist das Geschäft. 

Nach dem heutigen Feierabend habe ich mich mit einem alten Kollegen und guten Kumpel in Berlin-Schöneweide zum Abendessen getroffen. Auf dem Heimweg telefonierte ich mit Leonard, der mich ganz dolle vermisst, wie er mir sagt. 

Sonntag, 13. Januar 2019

Eintrag 115

Leonard hat während der letzten Monate einen deutlichen Entwicklungsschritt vollzogen. In sämtlichen Bereichen (kognitiv, sozial, musisch, emotional) seines Denkens fand eine Ausdifferenzierung großen Ausmaßes statt. Ich behaupte einfach mal, dass seit 8 Monaten ein fast völlig anderes Kind aus ihm geworden ist. Natürlich sind seine Charakter- und Verhaltenszüge unverändert. 

Leonard spricht vermehrt verschachtelte Sätze, hat eine verbesserte Struktur in seinen Gedanken und ein verbessertes logisches Denkvermögen. Er merkt schneller, wenn es einer Person nicht gut geht und hat weiterhin Lust am Experimentieren mit Dingen in seiner Umwelt. Leonard hilft gern beim Backen oder Kochen und eine seiner Lieblingsbeschäftigungen (neben der Gartenarbeit) ist das Dekorieren / Schmücken von Räumen zu sämtlichen Anlässen. Weiterhin zeigt er Gefühle und versucht seine Meinung zu vertreten. 

Mein Sohn ist aus meiner Sicht ein altersgerecht entwickeltes, ganz normales Kind mit seinen Besonderheiten / Eigenheiten. Kinder sollen spielen und sich ausprobieren dürfen. Wenn nicht in der Kindheit, wann dann?

Samstag, 12. Januar 2019

Eintrag 114

Vermittler a. D. 

Mir geht seit Tagen soviel durch den Kopf, dass ich kaum einen klaren Gedanken fassen kann. Es gibt einen negativen Zustand, den ich gern ändern möchte. Diesen Zustand habe ich weder herbeigeführt noch kann ich ihn irgendwie allein lösen, dennoch betrifft er mich (indirekt). 

Die Problematik liegt darin, dass ich ungewollt als "Vermittler" fungiere. Mir liegt eine positive Problemlösung jedoch sehr am Herzen, sodass ich keine andere Wahl hatte mich dazu zu entschließen, eine Vermittlung zumindest zu versuchen. Ich stoße jedoch in vielerlei Hinsicht eindeutig an meine Grenzen, besonders emotional. 

Grundsätzlich bin ich ein guter Vermittler und konnte schon viele Konflikte zwischen Personen- oder Personengruppen lösen oder minimieren. 

Als ich noch in Siegen wohnte und Mitglied in einer politischen Partei war, entbrannte aus dem Nichts ein persönlicher Konflikt zwischen zwei Gruppen. Da ich Zank nicht mag, hörte ich mir beide Konfliktparteien an und versuchte an einer Konfliktlösung zu arbeiten. 

Der Streit wurde jedoch immer erbitterter, weil beide Seiten nicht mehr miteinander redeten. Direkte Vermittlungsgespräche hätten nur unter Vorbedingungen an die andere Konfliktpartei stattfinden können, was im Grunde albern ist. "Vorbedingungen" behindern ein Gespräch schon im Vorfeld und zeugen vom Unwillen einer Partei, an einer Konfliktlösung ernsthaft interessiert zu sein. So entstanden weitere Missverständnisse und Vorurteile, die eine nicht mehr zu beeinflussende Dynamik in Gang setzte. 

In Parteiveranstaltung ignorierten sich die Streithähne oder brüllten sich an, weil offenbar Eitelkeiten befriedigt werden mussten. Ein konstruktives Gespräch war ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr möglich. Dieser Streit lähmte die Parteiarbeit und führte zu Parteiaustritten. Mir wurde oft unterstellt, ich sei ein "Spion" und plötzlich war ich selbst Teil des Zankes. Ich wurde nie beauftragt als Vermittler tätig zu sein, aber meine Bemühungen wurden wohlwollend zur Kenntnis genommen. 

Ich wollte einfach nicht zusehen, wie Missverständnisse und übertriebene Vorurteile die Ortspartei zerstörten. Die Streitlust war stärker und hatte gesiegt. Am Ende bin auch ich aus der Partei ausgetreten, weil Weltfrieden im Parteiprogramm und interne Intrigen moralisch nicht zusammenpassen. 

Die jahrelange Vermittlung in diesem Fall steckt mir noch heute in den Knochen. Dieser Streitschlichtungsversuch setze in mir viel negative Energie und Hormone frei. Ich lernte kennen, was Niedertracht und Feindseligkeit bewirken können. Es war tragisch zu beobachten, wie sehr ein banaler Anlass, gepaart mit persönlicher Abneigung und einer starken Prise Missverständnisse, zu einer vollständigen Zerstörung einer sozialen Gruppe führen kann. Das eben genannte Beispiel ist ein exemplarischer Streitverlauf. So kann es gehen, wenn Kommunikation nicht mehr stattfindet. Ein Vermittler hat keine Chance einen Streit zu lösen, wenn eine Konfliktpartei direkte Gespräche ablehnt. Der Streit kann höchstens temporär geschlichtet werden. 

Das Leben kann so schnell vorbei sein. 
Dauerstreit ist verschenkte Lebenszeit.

Dienstag, 8. Januar 2019

Eintrag 113

Zwischenstand zum Arbeitseinsatz in Berlin-Adlershof.

Die Arbeit als Debitoren-Buchhalter in einer Buchhaltungsabteilung in Berlin-Aderlshof macht mir weiterhin Spaß. Ich kann absolut nicht einschätzen, ob meine Teamleiterin, die ständig mit der Bearbeitung von irgendwelchen Abschlüssen beschäftigt ist, mit mir zufrieden ist oder nicht. 

Natürlich habe ich bereits einige "Anfängerfehler" gemacht, die zwangsläufig entstehen, wenn man überwiegend allein arbeitet. Ich möchte aber zur Zeit kein Feedback-Gespräch führen, weil ich keine "schlafenden Hunde" wecken möchte. Oder anders ausgedrückt: Ich werde das Gespräch nicht suchen, bin aber immer dafür bereit. Solange ich weiterhin meine Arbeiten erledigen kann, ist alles gut. 

Meine Probezeit endet mit Ablauf des Monats Februar. Es wäre nicht schön, wenn ich vor Ablauf dieser Frist vom Kunden abgemeldet werden würde. Ich war 2 Mal krank und wenn ich nicht innerhalb einer kurzen Frist einen Folgeeinsatz erhalte, wackelt mein Arbeitsvertrag. Der Markt für Debitorenbuchhalter in Berlin ist zwar weiterhin gut und ich bin davon überzeugt, dass ich weitere Einsätze haben kann. Aber ich glaube Firmen könnten eine einsatzlose Zeit vor Ablauf der Probezeit nutzen, um "Krankmacher" loszuwerden. 

Natürlich wäre es ein kleiner "Ritterschlag" für mich, wenn ich ein Vertragsangebot bekäme. Ich habe im Gefühl, dass dieses Unternehmen gar nicht mal schlecht bezahlt. Hier ist jedoch "Geduld die Mutter der Porzellankiste". Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich innerhalb der nächsten 4-8 Wochen eine Entscheidung erhalte: Entweder Vertragsangebot oder Abmeldung. Als sogenannte Leasingkraft bin ich für das Einsatzunternehmen sehr teuer. Zur Zeit ist es aufgrund eines krankheitsbedingten betrieblichen Engpasses im Zugzwang bzw. auf mich angewiesen. 

Montag, 7. Januar 2019

Eintrag 112

68. Papazeit

(29.12.2018-05.01.2019)


Leonard war während der Jahreswende in Berlin. Ich habe die Betreuungszeit zwischen meiner Frau und mir sowie meiner Schwester aufgeteilt. 

Am Samstag vor Silvester habe ich Leonard mit dem Flugzeug aus Köln abgeholt. Er wollte unbedingt sein Lieblingskonsolenspiel spielen, welches meine Frau dann runtergeladen hat (Minecraft). 

Am Sonntag besuchten wir die Eltern meiner Frau zum Kaffee und Kuchen. Mein Sohn erhielt sowohl von uns als auch von meinen Schwiegereltern nachträglich Weihnachtsgeschenke. 

Am Montagabend (Silvester) erhielten wir Besuch. Meine Frau, meine Schwiegertochter und ihr Verlobter kochten leckeres Chili con carne. Vor der großen Knallerei schaute mein Sohn auf seinem DVD-Player ein paar Kinder-DVD´s. Leo schlief irgendwann auf seinem Bett ein. Da ich ihn kenne und weiß, dass er nicht sehr lange ausschläft, legte ich mich 2 Stunden später zu ihm ins Bett. 

Am Dienstagmittag fuhr ich Leonard dann zu meiner Schwester. Abends kam auch meine Mutter nach Berlin, um ihren einzigen Enkel zu sehen. Er wurde auch von meiner Schwester reichlich beschenkt. Mein Urlaub war nun vorbei und ich musste wieder zur Arbeit gehen.

Samstagvormittag wurde mir Leo am Flughafen Berlin-Tegel für die Rückreise übergeben. Da wir die Flugkosten reduzieren wollten, buchte ich keinen Koffer für ihn, sondern nur Handgepäck. Den Großteil seiner Geschenke werde ich meinem Sohn beim nächsten Papa-Wochenende (vermutlich Ende Januar oder Anfang Februar) mitbringen, weil ich dann wieder mit dem Auto fahren werde.