Samstag, 22. Juni 2019

Eintrag 183

Eine heiße Arbeitswoche geht zuende. Das Wetter in Berlin war sommerlich heiß und wurde durch schwere Gewitter unterbrochen. Wenn die Wetterprognosen stimmen, dann klettern die Temparaturen in dieser Region in der nächsten Woche auf circa 36 Grad.

Arbeitstechnisch betrachtet war die Woche nicht weniger stressig, obwohl etwas weniger Rechnungen ins Haus flattern. Parallel zum Tagesgeschäft findet der Jahresabschluss zum 30.06. statt. Für mich bedeutet diese Tatsache, dass ich sämtliche Kreditorenkonten durchschauen soll, bei denen der Saldo nicht 0 ist. Hier fehlt als Belegart entweder eine Rechnung, Gutschrift oder Zahlung (oder die Belegart ist zuviel).

Am Freitag habe ich meinem Team eine E-Mail geschrieben und um Mithilfe gebeten, denn allein schaffe ich diese Tätigkeit nicht. Es handelt sich um sehr viele Konten. Darüber hinaus kann man auf dem ersten Blick nicht sehen, welche Belegart fehlt, weil diese Konten teilweise mehrere hundert Positionen aufweisen.

Eigentlich wollte ich nach dem Desaster meiner letzten Bitte um Mithilfe nicht mehr fragen. Mir ist aber wichtig auf das Problem hingewiesen zu haben. Nicht das mir vorgeworfen wird, weil ich nichts gesagt habe. Während der letzten Tage gab es einige Formulierungen, die darauf hindeuten könnten, dass ich noch etwas länger als den von mir vermuteten 30.6. in diesem Betrieb bin.

Montag, 17. Juni 2019

Eintrag 182

Arbeitswege.


Wenn man in einer Weltstadt wie Berlin wohnt, dann darf man nicht zimperlich sein, was die Dauer des Arbeitsweges betrifft. Im Durchschnitt sind 1 Stunde pro Fahrtweg nicht ungewöhnlich.

Als ich damals die Berufsfachschulen im Prenzlauer Berg und Charlottenburg und anschließed die Fachoberschule in Tempelhof besuchte, fuhr ich pro Fahrtweg über eine Stunde. Während dieser Ausbildungsjahre habe ich mich an die langen Fahrtzeiten in Berlin gewöhnt.

Als ich nach der Trennung von meiner ersten Frau aus NRW wieder nach Berlin zog und eine neue Arbeitsstelle in Potsdam ergatterte, dauerte eine Fahrtstrecke von Tür zu Tür 2 Stunden. Leider hatte ich noch nicht das Glück einen Arbeitsplatz unmittelbar vor der Haustür zu finden. Eine Erholung während der Fahrt ist nur schwer möglich, weil das Gehirn zuviele Informationen verarbeiten muss. 

Ich habe das "Glück", dass mir aufgrund der Gestaltung meines Arbeitsvertrages jeder Kilometer mit ein paar Cent "vergütet" wird, sodass ich am Ende des Monats zumindest die Kosten der Monatskarte wieder erstattet bekomme. Somit soll dem Arbeitnehmer ein kleiner Anreiz geschaffen werden, auch längere Fahrtwege anzutreten. Dies gilt aber nur für tatsächliche Fahrten. Habe ich z.B. 2 Wochen Urlaub und bezahle die Monatskarte in Höhe von 81 Euro, so deckt diese Konstellation nicht die kompletten Fahrtkosten ab. Bei Urlaub oder Krankheit erhalte ich nur eine vertragliche Mindestvergütung. Der Anreiz soll darin bestehen, eine größtmögliche Anwesenheit zu gewährleisten, denn der Kunde zahlt meinem Arbeitgeber lediglich meine Anwesenheitszeit.

Für mich ist das so in Ordnung, auch wenn ich mir natürlich mehr Freizeit wünschen würde, in der ich mich auch erholen kann.

Eintrag 181

Der Umzug meines Einsatzbetriebes in andere Geschäftsräume ist abgeschlossen. Den gesamten Vormittag haben wir die Kisten mit den Ordnern und Arbeitsmaterialien ausgepackt und dafür gesorgt, dass die Technik reibungslos funktioniert. 

In der Mittagshitze habe ich noch den schweren Drucker aus dem alten Büro 200 Meter über den Parkplatz in die neuen Räume gebracht, als ich die Post holte. Meine Arme wurden immer länger, denn der Drucker wiegt mit Sicherheit weit über 20 Kilogramm und er ist verdammt unhandlich. Kurz nach der Mittagspause konnte ich mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Da am Freitag aufgrund des Umzugs arbeitsfrei war, haben sich einige Rechnungen angehäuft, die während der nächsten Tage bearbeitet werden müssen.

Nun ist das gesamte Team inklusive Abteilungsleiter in einem Büro. Die Arbeitsatmosphäre wird sich während der nächsten Monate ändern, denn eine veränderte Arbeitsplatzanordnung bzw. Raumstruktur wirkt sich meistens auf das Verhalten von Menschen aus. 

Vor wenigen Minuten habe ich mit meinem Sohn telefoniert und ihm eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt. Morgen geht er mit seiner Schulklasse in ein Puppen-Theater. Ich hoffe sehr, dass er Freude an dem Schauspiel hat.

Freitag, 14. Juni 2019

Eintrag 180

Ein bisschen Ich.
Teil 25. Alles geht...// Gedanken über den Tod.

Der Tod hält einem vor Augen, wie zerbrechlich das Leben doch ist. Gestern noch geküsst oder gestritten, heute streikt das Herz.

Ein Ziel im Leben sollte sein, die Zeit mit seinen Mitmenschen möglichst harmonisch zu verbringen. Dauerhafter Streit entfaltet negative Energie und setzt für den Körper schädliche Stress-Hormone frei. Wie oft denke ich das es verschwende Lebenszeit ist, sich über "Kleinigkeiten" aufzuregen. Es ist wichtig gewisse Themen auch mal ruhen zu lassen. 

Ich habe bis vor wenigen Jahren darunter gelitten, dass ich mich nicht von meinem Vater und meiner Oma richtig "verabschieden" konnte. Beide waren wichtige und prägende Personen in meinem Leben, beide haben mich bedingungslos geliebt.

Mein Vater starb 1989 als ich bei meiner Oma in den Ferien war, davor hatte ich mich über seinen gesundheitlichen Zustand lustig gemacht. Meine Oma starb wenige Jahre später im Altersheim. Obwohl sie mir immer wieder sagte:"Pascale, hol mich bitte hier raus...", versuchte ich als junger Mann diese Bitte zu ignorieren, weil ich mich überfordert fühlte, diese in die Tat umzusetzen. Es muss für sie fürchterlich gewesen sein, ihre letzten Lebensmonate unter all den fremden Menschen verbringen zu müssen. Ein Leben zu zweit in einem Zimmer, davor wohnte sie 60 Jahre in einer 3-Zimmer-Wohnung. Auch wenn ihr gesunheitlicher Zustand eine Betreuung erforderte, so werfe ich mir vor, warum ich sie nicht wenigstens öfter besucht habe, denn zwischen Berlin und Peine beträgt die Fahrtzeit nur 3 Stunden. 

Der Tod ist nicht zu vermeiden, es ist jedoch möglich die Lebenszeit schön zu gestalten. Ich halte mir immer wieder vor Augen, dass ich in 15 Jahren meinen 60. Geburtstag feiere (wenn ich dann noch lebe). Mit großer Wahrscheinlichkeit habe ich schon weit über die Hälfte meines Lebens hinter mir. Die Zeit im Transit zwischen Geburt und Tod ist endlich. Machen wir uns glücklich!!!

Eine meiner noch verbleibenden Aufgaben ist es dafür zu sorgen, das aus meinem kleinen Sohn ein eigenständiger erwachsener Mann wird. Ich möchte ihm noch viel mit auf dem Weg geben und er soll mich in guter Erinnerung behalten.

Schließen möchte ich diesen Beitrag mit einem Gedicht zu diesem Thema, welches ich vor ein paar Jahren schrieb:


Auf halbem Weg.

Gestern war ich noch jung.
Bin nicht alt.
Mittendrin.
Im Juli.
Kindheit für immer geschlossen.
Mit Stacheldraht umzäunt.
Das Alter beginnt zu blühen.
Lockt mit Wärmedecke und fehlender Rente.
Zwischen der Schaukel auf dem Spielplatz
und dem Bett im Altersheim bröckelt meine Sandburg.
Die nächste Sandburg steht irgendwann auf meinem Grab.
Aber die Statistik ist noch auf meiner Seite.
Halbes Glas getrunken.
Der Rest schmeckt schal.
Kann nicht zurückkehren.
Gefangen im Zenit.
Aus Kindheitsträumen wurden Depressionen.
Hoffnung peitscht mich den unbekannten Weg nach vorn.
Vieles im Leben hab ich versäumt und mich zulange am Strand der Freuden gebräunt. 
Die Zeit ist verträumt. 
Lebensträume sind nun mit Stacheldraht umzäunt 
und für immer verschlossen.

Pascale Anhalt

Eintrag 179

Am heutigen Freitag habe ich aus geschäftlichen Gründen "frei". Mein Einsatzbetrieb zieht wegen eines Umbaus vorübergehend in andere Geschäftsräume. 

Während der letzten Tage hat jeder Mitarbeiter fleißig Ordner und Büromaterial in Kisten verpackt, die heute von einem Umzugsunternehmen in die neuen Geschäftsräume transportiert werden. Mein neuer Einsatzort liegt nur 200 Meter von meinem alten entfernt. Die Herausforderung sind die vielen Treppen, die jeden Tag zu steigen sind und Großraumbüros, die eine veränderte Arbeitsatmosphäre schaffen. 

Obwohl sich das zwischenmenschlicher Verhalten, welches am Anfang sehr gut war und dann leider verschlechterte, wieder neutralisiert, habe ich im Bauchgefühlt, dass ich nur noch wenige Wochen in diesem Betrieb bin. Das Geschäftsjahr endet am 30.06. und ich bin gespannt, wielange darüber hinaus man mit mir weiterplant.