Dienstag, 16. Oktober 2018

Eintrag 81

2. Arbeitseinsatz.


Es ist soweit. Heute klingelte das Telefon und meine Zeitarbeitsfirma teilte mir mit, dass ich ab kommenden Dienstag, den 23.10. einen neuen Arbeitseinsatz habe. 

Es ist derjenige Kunde aus Berlin-Adlershof, der mich schon bereits vor einigen Wochen buchen wollte. Leider kam der Arbeitseinsatz wegen eines geplanten Urlaubes der Teamleiterin nicht zustande, sodass eine vernünftige Einarbeitung nicht gewährleistet war. Ich freue mich über meine neue Herausforderung!

Montag, 15. Oktober 2018

Eintrag 80

Irgendwie befinde ich mich in einem Schwebezustand, was die Informationslage bezüglich meines aktuellen Arbeitseinsatzes betrifft. Weder meine Teamleiterin noch mein Arbeitgeber haben mir eine Info gegeben, wann mein letzter Arbeitstag sein wird. Schwebezustände mag ich gar nicht, weil diese für mich einen absoluten Kontrollverlust darstellen. Ich möchte meinen Arbeitgeber auch nicht mit E-Mails penetrieren und ständig nachfragen, wann mein nächstes Vorstellungsgespräch stattfinden wird. Ich gehe davon aus, dass man mich bald in Kenntnis setzten wird, wann und bei welchem Kunden es mit mir weiter geht.  Solang ich noch bei diesem Kunden gebucht bin, werde ich meine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen vollrichten. Das ist Ehrensache. 

Was ich aber gar nicht mag ist, wenn längere Arbeitsaufträge 15 Minuten vor Feierabend per E-Mail reingeflattert kommen. Es handelte sich um 30 Auftragsstornierungen, die innerhalb einer kurzen Zeit durchgeführt werden müssen, damit sich die Aufträge nicht systemisch generieren. Ich muss diese Vorgänge auch im System kurz dokumentieren, sodass ich heute mal wieder länger gearbeitet habe. Mit Mehrarbeit habe ich eigentlich kein Problem, wenn ich diese vergütet bekomme oder abbummeln darf. Leider darf ich mir pro Woche nur 40 Arbeitsstunden aufschreiben und abrechnen lassen. Die Mehrarbeitszeit einfach abbummeln geht auch nicht, weil ich aufgrund von Aufgaben, die zu einer gewissen Zeit bearbeitet sein müssen, weder früher kommen noch später gehen kann. Tolle Wurst. 

Ich will aber auf meine letzten Tage dort keinen "Krawall" machen, denn im Endeffekt bin ich noch in der Probezeit und ein schlechtes Feedback eines Kunden zu meinem Arbeitgeber ist auch nicht wünschenswert. 

Sonntag, 14. Oktober 2018

Eintrag 79

Oktober 2018

Die Blätter, so bunt und welk. Sie brechen das Sonnenlicht und leuchten in ihm so golden. Jeder Sonnenstrahl ist ein Pinsel und mahlt einen Farbenwald auf die Leinwand des endenden Jahres. 

Birnen, Äpfel und Kastanien plumpsten von den Bäumen. Ein leichter Wind weht stetig die Blätter von den Ästen und lässt die Natur allmählich nackter werden. Laub knirscht beim Wandern unter der Schuhsohle. Der Herbst hat seine eigenen Farben, Düfte und Klänge. Auch Tränen haben eine Melodie. Das Werden wird Vergangenheit, das Sterben nimmt seinen Lauf. Es herrscht des Lebens Abgesang, auch wenn es nie enden wird. 


Die Straßencafe´s und Parks sind gut besucht. Menschen halten ihr Antlitz in die Sonne und schließen ihre Augen. Ein Blätterregen begleitet die Wald-Spaziergänger. Auf kleinen Hügeln lassen Kinder mit ihren Eltern die Drachen steigen. Sie tanzen im Wind. 

Doch irgendwann endet das frohe Farbenspiel und der Schnee läutet die letzte Jahresrate ein. 

Freitag, 12. Oktober 2018

Eintrag 78

Mir gegenüber wurde noch kein Enddatum genannt, was meinen Arbeitseinsatz betrifft. Ich gehe jedoch fest davon aus, dass ich in 1-2 Wochen einen neuen Kunden mit meinem Fachwissen beglücken darf. 

Ich habe meinem Arbeitgeber mitgeteilt, dass ich gern wieder im Forderungsmanagement eingesetzt werden möchte, meinem Lieblingsbereich in der Debitorenbuchhaltung. Weitere Präferenzen sind Erstattungen, Auftragsstornierungen oder Gutschriften verbuchen. Man versucht meine Wünsche zu berücksichtigen, so die Antwort. Vorschläge für Vorstellungsgespräche erwarte ich ab der nächsten Woche.

Natürlich ist mir bewusst, dass ich im Zweifel alles buchhalterische bearbeiten muss, bevor ich einsatzlos bin. Mein Arbeitgeber ist auch bereit mich für eine kurze Zeit ohne Einsatz zu vergüten. Aber bei 1-2 Wochen einsatzfreie Zeit werde ich nervös, weil ich dann ggf. betriebsbedingt gekündigt werden kann. Das ist aber extrem unwahrscheinlich bei dem guten Arbeitsmarkt für Buchhaltungsberufe. 

Darüber hinaus ist die Vergütung mit einem Arbeitseinsatz für mich deutlich höher, sodass ich automatisch "gezwungen" bin, meine Hemmschwelle für einen neuen Kunden etwas zu senken. Ich habe bisher alle Vorschläge meines Arbeitgebers angenommen. Man darf in dieser Branche nicht zu wählerisch sein, weil der Ofen schnell aus ist in dem Geschäftsmodell "Zeitarbeit". Außerdem kann es in jedem Betrieb gut oder schlecht laufen. Mir ist auch der Fahrtweg nicht so wichtig, denn in Berlin muss man sowieso circa 1 Stunde Fahrtweg pro Strecke einplanen. Vorstellungsgespräche sind meine absolute Stärke, denn ich hatte bisher eine 100% Erfolgsquote. Zwar kam es einige wenige Male dann doch nicht zu einem Einsatz, obwohl mich der Kunde buchen wollte, aber das lag an Umständen, auf die ich keinen Einfluss hatte.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Eintrag 77

Warum Debitorenmanagement nicht = Debitorenmanagement ist.

Als "Sachbearbeiter Buchhaltung" mit Schwerpunkt Debitoren/Kreditoren, habe ich nun 5 Betriebe erlebt (inkl. Zeitarbeitseinsätze). Eine meiner Erfahrungen ist, dass die Debitorenbuchhaltung als Tätigkeitsfeld sehr bereit gefächert ist:
  • Du bist für die Finanzbuchhaltung nach HGB im Bereich der Debitorenbuchhaltung verantwortlich.
  • Du verwaltest die tägliche Bearbeitung unserer Bankauszüge.
  • Du überwachst die Verbuchung der Zahlungseingänge mit unterschiedlichen Zahlmethoden.
  • Du unterstützt im Mahnwesen und arbeitest mit Inkasso-Unternehmen zusammen.
  • Du bist für das Führen der Offenen-Posten-Listen sowie die Klärung der Differenzen verantwortlich.
  • Du betreust die Kontenabstimmung im Rahmen der Monatsabschlüsse.
  • Du wirkst bei der Erstellung der Monats- und Jahresabschlüsse mit.
  • Du erhebst Daten, wertest diese aus und erstellst Reports.
  • Du unterstützt die Finanzbuchhaltung (insbesondere Rechnungsprüfung und Retourenbuchung).
  • Du bist für die Kundenverwaltung und das Auftragsmanagement (Zuordnung von Kundenzahlungen) verantwortlich.
  • Du bearbeitest Erstattungen und übernimmst die Verantwortung für buchhalterisch ordentliche Kundenkonten.
  • Du unterstützt unsere Marktplätze und arbeitest eng mit dem Kundenservice zur Klärung von Kundenanfragen zusammen.
  • Du übernimmst administrative Aufgaben.
  • Du wirkst bei der vorbereitenden Erstellung der Monats- und Jahresabschlüsse mit.
  • (...)
Und auch hier gibt es noch Ausdifferenzierungen, was die einzelnen Teilbereiche Betrifft. Je nach Organisation und Größe einer Buchhaltungsabteilung verteilen sich die Aufgaben auf die einzelnen Mitarbeiter. 

Meine Lieblingsbereiche sind: 

Forderungsmanagement, Auftragsstornierungen, Erstattungen, Rechnungsprüfung, Umbuchungen, Gutschriftenprüfung und die Klärung der offenen Posten.

Meine eher nicht so geliebten Teilgebiete: Monats- und Jahresabschlüsse sowie die Kontenabstimmung.

Ich mag die Arbeit mit dem Kunden und anderen Abteilungen, habe keine Scheu vor der "Mahn-Telefonie". Natürlich ist eines der wichtigsten Ziele, dass am Ende eines Bestellprozesses die Kundenkonten im System ausgeglichen sind. Mir fällt es auch nicht schwer zu sehen, welche Position fehlt, damit ein Debitor "glatt" ist. Ich mag weniger die Kontenabstimmungen (Verrechnungskonten etc.) und die Erstellung von Quartalsabschlüssen, weil ich ungern im "Großen und Ganzen" herumdoktere. 

Jeder Marktplatz (z.B. Amazon) und jede Zahlart hat Besonderheiten, auf die es zu achten gilt, wenn man die Konten analysieren möchte. Zeitaufwendige Imports und Exports sind notwendig, um die relevanten Daten bearbeiten zu können. Viele Buchhaltungsprogramme können keine vollständigen "Reports" erstellen (Auswertungen), weil nicht alle Daten relevant sind oder welche fehlen. 

Meine Stärke ist die Bearbeitung von "einfachen" Teilprozessen. Hierbei arbeite ich schnell und sauber. Zwar hatte ich während meines Studiums diverse Kurse der Buchhaltung (inkl. Gewinn-/Verlust-Rechnung, Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Deckungsbeitragsrechnung, Internationale Rechnungslegung, Cash Flow, Kostenträger- und Kostenstellenrechnung u.v.m.) erfolgreich absolviert, aber ich bin dennoch kein gelernter Buchhalter. Aus diesem Grund bin ich "Sachbearbeiter in der Buchhaltung", welcher in der sogenannten vorbereitenden Buchhaltung unterstützt. 

Auch die Gehaltsspanne ist bei Debitorenbuchhaltern enorm (von ca. 1800 Euro - bis ca. 3500 Euro) Brutto im Monat. Naturgemäß wird bei Dienstleistern als Arbeitgeber eher weniger Gehalt bezahlt. Aber heutzutage sind bereits im "Kundendienst" schon Gehälter um die 2100 Euro/Monat (Brutto) keine Seltenheit mehr. Aus diesem Grund kann man, je nach Wohnort bzw. Bundesland, locker ab 2600 Euro/Monat (Brutto) in die Gehaltsverhandlungen gehen, wenn man mehrjährige Erfahrung in diesem Berufsfeld vorweisen kann. Die Obergrenze über 3000 Euro/Monat kann nur derjenige einfordern, der ein kleiner Spezialist ist. 

Die genannten Gehälter mögen "hoch" oder "niedrig" klingen, je nach Branchen-Blick.